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IbogaineLexikon der Zauberpflanzen , VMA-Verlag Wiesbaden, 1988 Christian Rätsch In den tropischen Waldgebieten West- und Zentralafrikas wächst die
Ibogapflanze aus der Familie der Hundsgiftgewächse. Seit vielen Jahrhunderten
wird sie von den dortigen Völkern medizinisch, magisch und rituell
gebraucht. Die Pflanze ist unter den Namen iboga, eboka, libuga, bocca,
mbasaoka, moabi, gifuma usw. bekannt. Der legende nach ist die Pflanze
aus einem von einer Gottheit zerstückelten Pygmäen erwachsen.
Überall wird die aphrodisierende Wirkung der Wurzel gepriesen. Im
Kongo wird aus der Ibogawurzel ein kräftiges Aphrodisiakum hergestellt.
Dazu lässt man Wurzelstücke einige Stunden in Palmwein ziehen
(Bouquet 1969:67). Die Wurzel entfaltet aber nicht nur aphrodisische Kräfte,
sie verlängert auch alle erotischen Freuden kann sogar Impotenz und
Frigidität heilen und Fruchtbarkeit verleihen. Auch gibt es unzählige
Berichte über die geheimen Kräfte der Wurzel. Wer sie lange
genug kaut, kann ohne große Anstrengung doppelt so schwere Lasten
tragen wie gewöhnlich, doppelt so lange Strecken zurücklegen
usw. Jäger kauen oft nächtelang auf den Wurzelstücken herum,
um genügend Ausdauer zu haben. Es heißt, die Wurzel verleihe
die Kraft, zwei Tagelang unbeweglich zu verharren, um den begehrten Löwentrophäen
nachzujagen. Pharmakologie: Alle Pflanzenteile enthalten das Hauptalkaloid Ibogain und mindestens 11 weitere Indol-Alkaloide (Thabernanthin, Ibogamin, Ibolutein usw.). Ibogain ist in stärkster Konzentration vorhanden. Der Alkaloidgehalt der Wurzeln ist am höchsten. Ibogain hat zentral stimulierende Wirkungen und agiert als MAO-Hemmer. Dadurch kommt es bei höheren Dosierungen zu lebhaften Phantasien, Visionen und eventuell zu Halluzinationen bei geschlossenen Augen. Viele Versuchspersonen, die Ibogain genommen haben, berichteten von langanhaltenden Erektionen, stundenlangen Kopulationen und ungeheuren sexuellen Gelüsten. Andere Personen hingegen von typischen Vergiftungserscheinungen. Kleine Dosen wirken anregend und stimmungsaufhellend. Sehr hohe Kosen wirken tödlich. Wenn Ibogain mit Yohimbin kombiniert wird, kann es zu sehr gefährlichen Rauschzuständen kommen, da Yohimbin ebenfalls ein kräftiger MAO-Hemmer ist. Wieso die Bwiti-Initianten Letaldosen überleben ist ungeklärt. Wahrscheinlich hängt es mit der inneren Erwartungshaltung zusammen. Ibogain wird seit einigen Jahren in der Psychotherapie erfolgreich eingesetzt. Literatur: Bouquet 1969, Fernandez 1972, Müller-Ebeling & Rätsch
1986, Naranjo 1969, Pope 1969, Swiderski 1965.
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